Alle wesentlichen Akteure einbinden

Zwei Praxisbeispiele aus innovativen Netzwerken, stellen anschaulich die Bedeutung des ersten Erfolgsfaktors dar. 

In einem erfolgreichen regionalen Netzwerk begegnen sich alle beteiligten Akteure auf Augenhöhe.

Dafür gilt es, ein Umfeld zu schaffen, in dem gleichberechtigt und lösungsorientiert zusammengearbeitet wird, in dem jeder Akteur einen Beitrag leistet und zugleich einen Nutzen aus der Zusammenarbeit zieht, den er allein nicht erzielen könnte.

So entsteht für alle Netzwerkakteure eine Situation, von der sie profitieren, die ihnen die Nutzung von Synergieeffekten ermöglicht und die die Motivation für eine engagierte Mitarbeit erzeugt.

Heilbronner Netzwerk "Erschließung der Bildungspotenziale von Menschen mit Migrationshintergrund"

In ihm haben sich die Agentur für Arbeit, der Arbeitgeberverband Südwestmetall und die IG Metall zusammengetan, um Maßnahmen zur Fachkräftegewinnung gemeinsam zu planen und umzusetzen, die sie allein nicht meistern könnten. Als weitere Netzwerkpartner wurden Schulen, Kammern, Kommunen und karitative Einrichtungen gewonnen, die jeweils ihre spezifischen Kompetenzen einbringen. Alle Beteiligten arbeiten zudem gleichberechtigt in einem Expertenkreis zusammen.

In der Runde war man sich einig: Ausbildung, Qualifizierung und Weiterbildung von Menschen mit Migrationshintergrund bergen ein großes Potenzial für die Wirtschaft. Angesichts der durchaus unterschiedlichen organisationspolitischen Ziele der beteiligten Akteure war die Einigung auf einen gemeinsamen Ansatz zunächst nicht einfach. Die Netzwerkpartner einigten sich jedoch darauf, die Maßnahmen möglichst bei Netzwerkmitgliedern anzusiedeln oder sie in bereits bestehende Aktivitäten einzubinden. So werden beispielsweise Techniktage für Haupt- und Realschülerinnen und -schüler in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer veranstaltet oder es werden fachliche Sprachtrainings für Auszubildende mit Bedarf – sowohl betriebsintern als auch im Verbund mit anderen Unternehmen – angeboten. Diese Maßnahmen und Aktivitäten sollen durch die Zusammenarbeit der Akteure stärker vernetzt werden, so dass mehr Transparenz über das Angebot in der Region herrscht.

In der gefundenen Lösung ist es möglich, dass jeder Partner einen eigenen realistischen Beitrag leistet und zugleich einen höheren Nutzen realisieren kann, als dies ohne die Zusammenarbeit möglich gewesen wäre. Die Unternehmen können ihre freien Stellen mit qualifiziertem Personal besetzen und die Gewerkschaften und die Agentur für Arbeit können ihren Mitgliedern und Arbeitssuchenden zahlreiche Qualifizierungsmöglichkeiten anbieten sowie geeignete Arbeitsplätze in Aussicht stellen.  

Mehr Informationen zum Netzwerk finden Sie hier.

Ems-Achse Jobmotor Nordwest

Die „Ems-Achse“ repräsentiert ein anderes Beispiel erfolgreicher Netzwerkarbeit, in der sich Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Kammern, Agenturen für Arbeit und zahlreichen Unternehmen der Region in einem Verein zusammengeschlossen haben. Die gemeinsame Arbeit auf Augenhöhe zwischen Institutionen und Unternehmen zeichnet dieses Netzwerk aus. Alle Akteure haben sich bereit erklärt, im Verein aktiv mitzuwirken und die Ziele gemeinsam zu verfolgen. Jeder bringt sich mit einem eigenen Beitrag ein.

So stellen die Unternehmen beispielsweise ihre freien Stellen in ein Portal und bieten Unternehmenspraktika sowie Projekttage für Schülerinnen und Schüler an. Freie Fachkräftestellen können auf diese Art und Weise besser besetzt werden. Die Agentur für Arbeit leistet einen Beitrag, in dem sie zusammen mit den Kammern und den Kommunen ihre Ressourcen, Infrastruktur und Wissen in den Arbeitsgruppen zur Verfügung stellt. Der Arbeitsmarktmonitor wird z.B. genutzt, um aus den Analysen neue Maßnahmen zu entwickeln.

Die Ems-Achse entwickelte beispielsweise aus der Erkenntnis eines Bevölkerungsrückgangs die Rückkehraktion mit Türhängern, um Ehemalige wieder für die Region zu gewinnen.

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