Nachwuchs für Pflegeberufe – das Projekt „HERZWERKER – Altenpflege“

Eine Branche, in der schon lange Fachkräftemangel herrscht, ist die Altenpflege. Das Bündnis für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in der Altenpflege in Bayern nimmt sich den Nachwuchsproblemen an und umwirbt mit dem Projekt „HERZWERKER – Altenpflege“ Schüler, Migranten, Berufsrückkehrerinnen und speziell auch Männer.

Handlungsfelder:

Berufliche Ausbildung, Berufsorientierung, Pflege, Demografie

Zielgruppen:

Menschen mit Migrationshintergrund, Rückkehrer in die Region, Schüler

Bundesland:

Bayern

Ausgangslage und Ziele

Der demografische Wandel bringt viele Herausforderungen mit sich. In der Altenpflege sorgt er gleich doppelt für Schwierigkeiten. Einerseits beschert er der Branche einen Boom, weil immer mehr Menschen immer älter werden. Andererseits verschärft er damit das Nachwuchsproblem – die Branche sucht händeringend nach zusätzlichen Fachkräften. Das Bündnis für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in der Altenpflege in Bayern bündelt in diesem Bundesland das Marketing und wirbt für den Berufseinstieg in der Altenpflege. Kernzielgruppe sind Schülerinnen und Schüler in der Berufsorientierungsphase. Das Bündnis wendet sich mit seinen Maßnahmen aber auch an weitere Zielgruppen, die für das Berufsfeld in Frage kommen: Migrantinnen und Migranten, Berufsrückkehrerinnen und – weil sie in der Altenpflege bisher stark unterrepräsentiert sind – Männer. Das Ziel ist klar: dem Fachkräftemangel trotzen und möglichst viele neue Interessenten für das Berufsziel Altenpflege in Bayern gewinnen.

Maßnahmen

„HERZWERKER“ wurde bereits 2008 entwickelt und hat sich inzwischen zur Dachmarke mit den vier Bausteinen Altenpflege, Kindertagesbetreuung, Jugendhilfe und Behindertenhilfe entwickelt. Letztere drei sind inzwischen beim bayerischen Sozialministerium angesiedelt, „HERZWERKER – Altenpflege“ liegt weiterhin in der Verantwortung des Bündnisses für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in der Altenpflege und damit im 2013 neu gegründeten Bayerischen Gesundheits- und Pflegeministerium (StMGP). Kern der Informationsmaßnahmen ist eine umfangreiche Homepage, die 2017 rundum erneuert wurde. Zudem produziert das Bündnis zahlreiche Info- und Aktionsmaterialien, die die Bündnispartner – etwa die rund 1.500 stationären Pflegeeinrichtungen in Bayern oder Verbände – auf Ausbildungsmessen und bei anderen Berufsorientierungsformaten einsetzen können. Für Lehrerinnen und Lehrer entwickelte das Bündnis zudem Unterrichtsmaterialien und eine spezielle App. Finanziert wird „HERZWERKER – Altenpflege“ aus Steuermitteln.

Ergebnisse und Erfolgsfaktoren

Regelmäßige Evaluation ist ein wichtiges Element der Arbeit des Bündnisses. Wichtigstes Ergebnis: Die Zahl der Auszubildenden in der Altenpflege in Bayern konnte in den vergangenen Jahren um 15 bis 20 Prozent gesteigert werden! Zudem wissen die Akteure, dass die Materialien Jahr für Jahr in großen Stückzahlen abgerufen werden. Die jährliche Auflage einzelner Werbematerialien beträgt bis zu 150.000 Exemplare. Wichtiger Erfolgsfaktor: Es gab bei Beginn des Projektes bereits Informationsmaterialien, sie richteten sich allerdings nur an Menschen, die sich bereits für einen Pflegeberuf entschieden hatten. Sie waren somit für die Ansprache potenzieller Interessenten weitgehend ungeeignet. Diese Lücke schloss das Bündnis mit den neu konzipierten Informationsmaterialien und seiner Homepage. Sie bieten Orientierung für alle diejenigen, die sich bisher wenig oder gar nicht mit dem Berufsfeld Altenpflege befasst haben und holen sie genau dort ab. Das kommt offenbar gut an.