Nachqualifizierung in der Pfalz – Für einen Berufsabschluss ist es nie zu spät

Die Beschäftigungsfähigkeit erhöhen und das Qualifizierungsniveau heben – das hat sich das Projekt „Nachqualifizierung in der Pfalz“ vorgenommen. Ziel ist es, die berufliche Integration von an- und ungelernten Beschäftigten im Handwerk zu verbessern und damit dem zunehmenden Fachkräftebedarf der Firmen in der Region zu begegnen.

Handlungsfelder:

Berufliche Ausbildung, Weiterbildung, Integration und/oder Zuwanderung, Demografie, Ländlicher Raum

Zielgruppen:

An- und Ungelernte, Unternehmen

Bundesland:

Rheinland-Pfalz

Ausgangslage und Ziele

Die Pfalz ist eine vom Strukturwandel betroffene Region mit Entwicklungspotenzial in wirtschaftlichen Wachstumsbranchen. Die Folge: Einerseits können viele Firmen dort, wo sich die Wirtschaft gut entwickelt, ihren Fachkräftebedarf nicht mehr vollständig decken. Andererseits haben über 60.000 Menschen in der Region an ihrem Arbeitsplatz keinen passenden Berufsabschluss und arbeiten häufig in prekären Arbeitsverhältnissen.
Durch entsprechende Maßnahmen ließe sich also die berufliche Integration von An- und Ungelernten deutlich verbessern. Sie über ihre Möglichkeiten ausführlich zu informieren, ihr Qualifizierungsniveau anzuheben und dadurch ihre Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern, ist deshalb das Ziel des Projektes „Nachqualifizierung in der Pfalz“ (NQ Pfalz). Die Projektpartner versprechen sich davon sowohl die Abwendung drohender Arbeitslosigkeit als auch einen spürbaren Beitrag zur Fachkräftesicherung.

Maßnahmen

Das Projekt „NQ Pfalz“ informiert an- und ungelernte Beschäftigte darüber, wie sie nachträglich einen handwerklichen Berufsabschluss erwerben können. Außerdem organisiert es entsprechende Maßnahmen und begleitet die Teilnehmer dabei. Zu Beginn werden gemeinsam eine berufliche Perspektive entwickelt und die dazu notwendigen Schritte bis zum Berufsabschluss festgelegt. Die Schritte im Einzelnen:

  • Ermittlung der bereits erworbenen Kompetenzen,
  • Erstellen eines individuellen Qualifizierungsplans,
  • bei nicht-deutscher Herkunft Prüfung der im Ausland erworbenen Bildungsabschlüsse auf Gleichstellungsmöglichkeiten,
  • Beratung zu geeigneten Fördermöglichkeiten.

Gemeinsam mit Bildungsträgern und Berufsbildenden Schulen werden dann für die Beteiligten individuelle Nachqualifizierungslösungen ausgearbeitet.

Dies geht natürlich nur mit Unterstützung der Unternehmen. Ihnen bietet das Projekt:

  • Information und Sensibilisierung für das Thema,
  • Analyse und Ermittlung des betrieblichen Qualifizierungsbedarfs,
  • Kompetenz- und Leistungsfeststellung der für eine Nachqualifizierung in Frage kommenden Beschäftigten,
  • Entwicklung eines individuellen Qualifizierungsplans,
  • Beratung über geeignete Fördermöglichkeiten.

Um dieses Maßnahmenpaket umsetzen zu können, haben sich zahlreiche Partner zum Netzwerk „Nachqualifizierung in der Pfalz“ zusammengeschlossen. Mit dabei sind die Agenturen für Arbeit, Kreishandwerkerschaften, Innungen, Verbände, Unternehmen der Region, Bildungsträger, Migrantenorganisationen, Berufsbildende Schulen, kommunale und landesweite Institutionen sowie das IQ-Netzwerk. Bei allen Qualifizierungsmaßnahmen handelt es sich um Einzelfalllösungen, die nur gemeinsam im Netzwerk gefunden und getragen werden können.

Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz.

Ergebnisse und Erfolgsfaktoren

Zwischen 2015 und März 2017 haben alle Teilnehmer – insgesamt über 50 – erfolgreich den benötigten Berufsabschluss nachgeholt, manche sogar als Prüfungsbeste in Theorie und Praxis.

Ein Erfolgsfaktor ist die qualifizierte und individuelle Beratung nach dem Prinzip „Alles aus einer Hand“. Denn sowohl An- und Ungelernten als auch vielen kleinen und mittleren Unternehmen mangelt es meist an dezidierten Informationen über die Möglichkeiten der Qualifizierung und entsprechender Förderung. Dank dem Engagement des Netzwerks bleibt den Projektteilnehmern das mühsame „Abklappern“ verschiedener Anlaufstellen erspart, bürokratische Hürden lassen viel leichter überwinden.

Weitere Erfolgsfaktoren: passgenaue Qualifizierungsmaßnahmen und begleitendes Coaching, um dem vorzeitigen Abbruch einer Qualifizierung entgegenzuwirken.