Mit "DEMOCLUST" lernen, Fachkräfte zu sichern

Die demografische Entwicklung kann man hinnehmen – oder ihr kreativ begegnen. In der bayrischen Sensorik-Industrie sind viele Unternehmen betroffen. Durch das Projekt DEMOCLUST ist der neue Service Demografieberatung entstanden, ein Fokus liegt dabei auf der Fachkräftesicherung.

Handlungsfelder:

Unternehmensthemen, Demografie, Ländlicher Raum

Zielgruppen:

Unternehmen

Bundesland:

Bayern

Ausgangslage und Ziele

Gerade kleinere Betriebe in ländlichen Regionen bekommen den demografischen Wandel deutlich zu spüren. Auch besonders innovative Unternehmen und Weltmarktführer sind davor nicht gefeit. Zum Beispiel die Unternehmen der Sensorik-Branche – einer wichtigen Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts –, die in Bayern ein besonders starkes Cluster herausgebildet haben.

Weil vielen kleinen und mittleren Betrieben die Zeit und Ressourcen für eine entsprechende Strategie fehlt und sie um ihre Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit fürchten, hat sich die Strategische Partnerschaft Sensorik e.V. (SPS), die mit 70 Mitgliedern und 250 Partnern bereits seit 2006 die in Bayern vorhandene Sensorik-Expertise in ihrem Netzwerk bündelt, dieser Herausforderung angenommen: mit dem zwischen 2012 und 2015 realisierten Projekt DEMOCLUST. Ziel des Projekts: auf Basis bisheriger Ansätze gemeinsamer Personalentwicklung die Firmen noch besser dabei zu unterstützen, ein systematisches und strategisches Handeln für einen erfolgreichen Umgang mit dem demografischen Wandel zu unterstützen.

Maßnahmen

Die beiden Grundprinzipien von DEMOCLUST sind begleitende Beratung und stetige Unterstützung. Basis dafür waren vertiefte Gespräche des Netzwerkmanagements, insbesondere mit den Unternehmensmitgliedern, aber auch mit weiteren Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft, um deren genauen Bedarf zu ermitteln.

Auf der Grundlage eines kontinuierlichen Austauschs entwickelten, erprobten und implementierten die Akteure für die Mitglieder des Netzwerks den neuen Service einer bedarfsgerechten Demografieberatung. Hilfreich hierbei waren vorhandene regionale Kooperationsstrukturen im Netzwerk, die nicht nur genutzt, sondern auch über die Grenzen der Sensorik-Branche erweitert wurden. Das Projekt sensibilisierte für den Stellenwert einer an den Mitarbeitern orientierten Unternehmens- und Führungskultur. Sie soll nun vermehrt Bestandteil einer fachkräftebindenden Unternehmensstrategie sein.

Dazu unterstützen die im Netzwerkmanagement verankerten Demografieberaterinnen und -berater die Unternehmen bei Rekrutierung, Diversity Management, Employer Branding, Aus- und Weiterbildung, Work-Life-Balance und Gesundheitsmanagement. Die von ihnen teils mit Unterstützung weiterer Experten erarbeiten Leitfäden und Handlungsempfehlungen stehen auf der Web-Plattform www.democlust.de auch anderen Demografieberatern und Unternehmen zur Verfügung.

Das Netzwerk finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen der Firmen, der Clusterförderung durch den Freistaat Bayern und einzelnen Projektförderungen. Dies gilt auch für DEMOCLUST: Das Projekt wurde im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprogramms „Arbeiten – Lernen – Kompetenzen entwickeln“ aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bis April 2015 gefördert.

Ergebnisse und Erfolgsfaktoren

Mit DEMOCLUST ist es gelungen, den neuen Netzwerkservice Demografieberatung aufzubauen, der Mitglieder und Akteure des Clusters Sensorik in Fragen des demografischen Wandels und für die Notwendigkeit einer strategischen Fachkräftesicherung sensibilisiert und mobilisiert. Zudem hat das Projektteam erfolgreich die Marke Demografieberatung bei Unternehmen und Fachkräften bekannt gemacht. Seitdem arbeitet das Netzwerk daran, die Demografieberatung als sich selbst tragendes Angebot und neues Geschäftsfeld zu etablieren.