Mehr Frauen in technische Berufe: das Projekt „MINTrelation“

„MINT“ steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – und damit für eine Berufsgruppe, in der Frauen nach wie vor unterrepräsentiert sind. Das Projekt „MINTrelation – Mädchen, Frauen und Unternehmen gestalten Zukunftsberufe“ hat hier einen Veränderungsprozess angestoßen und mehr junge Frauen für MINT-Berufe begeistert.

Handlungsfelder:

Berufsorientierung, MINT, Demografie

Zielgruppen:

Frauen, Schüler

Bundesland:

Nordrhein-Westfalen

Ausgangslage und Ziele

In Zeiten des Fachkräftemangels tun die Unternehmen gut daran, sich neue, bisher zu wenig beachtete Zielgruppen zu erschließen. Dazu zählen beispielsweise Schülerinnen, die für technische Berufe in Frage kämen, wenn sie denn mehr darüber wüssten und wenn die Firmen sie denn gezielter ansprechen und um sie werben würden. „Mehr Frauen in MINT-Berufe“, lauteten deshalb Motivation und Leitidee des Projekts „MINTrelation – Mädchen, Frauen und Unternehmen gestalten Zukunftsberufe“. Es brachte drei Jahre lang auf innovative Weise junge Schülerinnen mit Frauen in MINT-Berufen zusammen. Ziel war es, durch regelmäßige Betriebserkundungen und gemeinsame Workshops die zahlreichen Facetten und Möglichkeiten für Frauen in technisch-naturwissenschaftlichen Berufen aufzuzeigen. Weitere Intention: Anregungen für eine mögliche Ausbildung oder ein Studium mit MINT-Schwerpunkt.

Maßnahmen

Das Mentorinnen-Programm des Netzwerks „MINTrelation“ richtete sich an Schülerinnen von weiterführenden Schulen ab der achten Klasse in Ostwestfalen-Lippe und bot eine praxisorientierte Austauschplattform. In dem Programm kamen gut 60 Teilnehmerinnen mit jungen MINT-Fachkräften von 21 regional ansässigen Unternehmen zusammen. Alle vier bis sechs Wochen trafen sich eine Handvoll Schülerinnen mit einer Mentorin zu Betriebserkundungen und Workshops. In den Betriebserkundungen stellten die Mentorinnen ihre Arbeitsbereiche vor und führten durch interessante Abteilungen.

Wie eine sinnvolle Betriebserkundung für Mädchen aussehen und wie man sie für eine MINT-Ausbildung begeistern kann, das wurde in den Workshops erarbeitet. Außerdem entstand ein Kriterienkatalog mit positiven und negativen Aspekten bei der Personalgewinnung von Frauen für MINT-Berufe. Sämtliche Ideen und Erkenntnisse der Teilnehmerinnen und ihrer Mentorinnen flossen in einen Handlungs- und Praxisleitfaden ein. Er steht allen beteiligten Unternehmen und neuen Interessenten zur Verfügung.

Teil des Projekts war es zudem, die Mentorinnen professionell auf ihre Betreuungsaufgabe vorzubereiten. Das Coaching sollte zugleich die Position der jungen Fach- und Führungskräfte in ihrem jeweiligen Unternehmen stärken. Die Projektleitung lag bei der Kölner LizzyNet gGmbH, beteiligt waren waren das Innovationsnetzwerk OWL Maschinenbau e.V. und die Abteilung Nachwuchssicherung des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall.

Ergebnisse und Erfolgsfaktoren

Dank vieler Rückmeldungen wissen die Projektverantwortlichen, dass ein wesentliches Ziel erreicht werden konnte: mehr Bewusstsein und Interesse bei Schülerinnen für das Spektrum der MINT-Berufe zu wecken. Zugleich entstanden persönliche Kontakte zu einzelnen MINT-Botschafterinnen, die halfen, das Interesse für MINT-Fächer zu festigen und zu konkretisieren. Einige Teilnehmerinnen fanden durch das Programm einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz.

Weiteres Erfolgsmerkmal: Der Praxisleitfaden ist sehr beliebt und wird von zahlreichen Unternehmen genutzt. Diese haben erkannt, dass sich durch die richtige Zielgruppenansprache vielversprechende Fachkräfte finden lassen.

Und: Aus dem Projekt hat sich wegen der großen Nachfrage ein Folgeprojekt ergeben: die „MINTtoolbox“.