Internationale Studierende zum Bleiben bewegen – das Projekt „i-work Business Award“

Die Hochschulen in Thüringen zählen viele internationale Studierende. Nach ihrem Abschluss bleiben nur wenige hier. Die Jenaer Allianz für Fachkräfte will das ändern. Mit dem „i-work Business Award“ zeichnet sie Firmen aus, die sich besonders um internationale Fachkräfte bemühen.

Handlungsfelder:

Integration und/oder Zuwanderung

Zielgruppen:

Facharbeiter, Unternehmen

Bundesland:

Thüringen

Ausgangslage und Ziele

Die Exportquote der Unternehmen in Jena liegt bei über 65 Prozent. Um international wettbewerbsfähig zu bleiben und neue Märkte zu erschließen, aber auch um sich zusätzliche Fachkräfte zu sichern, sind die Firmen auch auf internationale Absolventen der Thüringer Hochschulen angewiesen. Davon gibt es viele, doch die meisten verlassen Thüringen nach dem Studium. Um sie zum Bleiben zu bewegen und um Jenaer Unternehmen auf dieses interessante Fachkräftepotenzial aufmerksam zu machen, haben die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Jena und die Friedrich-Schiller-Universität Jena im Rahmen des durch den Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds geförderten Projektes „HiTh – Hochqualifiziert. International. Thüringen.“ den „i-work Business Award“ ins Leben gerufen. Er richtet sich an Unternehmen in Jena und der Region, die mit innovativen Konzepten und Maßnahmen die interkulturelle Öffnung für internationale Fachkräfte in besonderer Weise und beispielgebend vorantreiben. Damit soll er deren Integrationsleistung sichtbar machen, andere Firmen dazu animieren und auch ein Signal an internationale Nachwuchskräfte aussenden.

Maßnahmen

Erstmals ausgelobt wurde der „i-work Business Award“ im Herbst 2017. Zuvor hatte die Wirtschaftsförderung Jena gemeinsam mit der Universität Jena die Bewerbungsunterlagen entwickelt. In einem zweistufigen Auswahlverfahren sichtete die Jury, die aus internationalen Mitarbeitenden sowie Vertretern des Landes, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Stadt Jena besteht, zunächst die eingereichten Unterlagen der sieben teilnehmenden Firmen. Anschließend wählte sie drei Unternehmen aus. Bei intensiven Ortsbegehungen und Gesprächen in diesen Firmen überzeugte sie sich von den dortigen Ansätzen zur Integration von internationalen Fachkräften. Je ein kleiner und ein größerer Betrieb wurden dann zu den Award-Gewinnern gekürt. Die Jenaer Wirtschaftsförderung begleitete den Wettbewerb mit Marketing und Öffentlichkeitsarbeit.

Im Rahmen des Projektes wurde zudem eine Steuergruppe Internationale Fachkräfte ins Leben gerufen, um den Erfahrungsaustausch zwischen den Unternehmen zu unterstützen sowie Weiterbildungs- und Informationsmaßnahmen zu initiieren. Dies gehört ebenfalls zu den Aktivitäten, um das Thema möglichst breit bei den Unternehmen der Region und in der Öffentlichkeit zu verankern.

Ergebnisse und Erfolgsfaktoren

Bei der ersten Auflage im Herbst 2017 hatten die Firmen vergleichsweise wenig Zeit, um sich zu bewerben. 2018, wenn der „i-work Business Award“ zum zweiten Mal vergeben wird, rechnen die Organisatoren mit deutlich mehr Bewerbungen als bei der Premiere. Dazu wird nach ihrer Überzeugung auch die regelmäßige Öffentlichkeitsarbeit beitragen, etwa in Form einer hochwertigen Broschüre, die die Jenaer Wirtschaftsförderung im Nachgang erstellt hat. Ziel ist es, den „i-work Business Award“ über den Förderzeitraum des Projektes „HiTh–Hochqualifiziert. International. Thüringen.“ (2016-2019) hinaus im Rahmen der Aktivitäten der Jenaer Allianz für Fachkräfte zu verstetigen.