Berufsausbildung im Netzwerk: BANG Hövelhof e.V.

Das Netzwerk BANG Hövelhof e.V. erweitert das duale Ausbildungssystem aus Betrieb und Berufsschule um eine dritte Säule – ein besonderes Ausbildungszentrum. Das ermöglicht es auch kleineren Betrieben, eine umfassende und top-aktuelle Ausbildung anbieten und so Nachwuchs gewinnen zu können.

Handlungsfelder:

Berufliche Ausbildung, MINT, Ländlicher Raum

Zielgruppen:

Auszubildende, Jugendliche, Menschen mit Migrationshintergrund, Schulabgänger, Schüler, Unternehmen

Bundesland:

Nordrhein-Westfalen

Ausgangslage und Ziele

Immer mehr kleine und mittlere Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe klagen über Fachkräftemangel, außerdem geht die Zahl der Bewerbungen um Ausbildungsplätze zurück. Beide Phänomene betreffen vor allem technische Berufe. Um ihre Attraktivität als Ausbilder und Arbeitgeber zu steigern und Nachwuchs zu gewinnen, schlossen sich deshalb schon 2001 kleine und mittelständische Metallunternehmen im Kreis Paderborn zu einem regionalen Netzwerk zusammen, dem Beruflichen Ausbildungsnetzwerk im Gewerbebereich – BANG Hövelhof e. V. Die Idee dazu stammt von der gpdm – Gesellschaft für Projektierungs- und Dienstleistungsmanagement mbH, einem Paderborner Dienstleistungsunternehmen, das innovative Bildungsprojekte entwickelt und auf den Weg bringt.

Maßnahmen

Das BANG-Netzwerk ist ein triales System, es erweitert das duale Ausbildungssystem aus Betrieb und Berufsschule um eine dritte Säule – ein besonderes Ausbildungszentrum. Es übernimmt die vielfältigsten Aufgaben rund um die Ausbildung. So können die Betriebe effizienter, breiter und kostengünstiger ausbilden als bei der ausschließlichen Nutzung eigener, oft sehr spezifischer Ressourcen. Manche Betriebe können dank BANG sogar erstmals Ausbildungsplätze anbieten. Vom Berufsbildmarketing über die Bewerbervorauswahl bis zur Prüfungsvorbereitung kann BANG das komplette Leistungsspektrum übernehmen. Die Unternehmen selbst schließen den Ausbildungsvertrag mit den Jugendlichen ab, denn sie bilden für sich selbst bedarfsgerecht aus. Die Nachwuchskräfte absolvieren, angeleitet von qualifizierten Ausbildern, in den regionalen BANG-Trainingszentren zusätzliche Module, etwa Werkunterricht oder berufsspezifische Praxis-Lerneinheiten. Somit wird dem Fachkräftemangel durch die gezielte Ausbildung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begegnet.

Ergebnisse und Erfolgsfaktoren

Im BANG-Netzwerk Hövelhof treten jährlich rund 25 neue Azubis an. Die Abbrecherquote liegt bei gerade drei bis fünf Prozent, die Übernahmequote bei 97 Prozent. Und die Prüfungsergebnisse rangieren regelmäßig über dem Landesdurchschnitt. Weitere Erfolge: Die Zahl der Bewerbungen steigt seit ein paar Jahren wieder an, außerdem nimmt ab Sommer 2017 ergänzend das neue BANG-Startercenter seine Arbeit auf. Es bietet Maßnahmen zur Steigerung der Ausbildungsreife von Jugendlichen an, was dann nach Wunsch der Verantwortlichen zu neuen Ausbildungsverträgen mit BANG-Mitgliedsunternehmen in Hövelhof führen soll. Der vielleicht größte Erfolg: Inzwischen gibt es neben Hövelhof acht weitere BANG-Netzwerke, drei zusätzliche befinden sich 2017 im Aufbau. Im März 2017 verließ BANG mit dem neuen Netzwerk im Nordschwarzwald erstmals sein Heimatland Nordrhein-Westfalen.

Als Erfolgsfaktoren gelten unter anderem das Konzept und die gute Finanzstruktur; sie sind die Voraussetzung für die intensive persönliche Betreuung, die von Firmen und Jugendlichen gleichermaßen geschätzt wird. Ein weiteres wichtiges Plus: das professionelle Netzwerkmanagement. Die hauptamtliche Koordinatorin sorgt für ein umfangreiches Marketing, organisiert regelmäßige Netzwerktreffen und sorgt für eine lebendige, permanente Kommunikation untereinander.