Basiswissen für den Integrationserfolg – das Projekt „Betriebliche Integration von Flüchtlingen“

Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integrieren ist leicht gesagt – und im Betriebsalltag eine anspruchsvolle Aufgabe. Die eigens entwickelten Tagesseminare helfen den Verantwortlichen im Raum Nürnberg dabei. Der Erfolg ist so groß, dass es die Seminare inzwischen bundesweit gibt.

Handlungsfelder:

Integration und/oder Zuwanderung

Zielgruppen:

Unternehmen

Bundesland:

Bayern

Ausgangslage und Ziele

Jedes Jahr legt das Netzwerk Allianz pro Fachkräfte in Nürnberg in einer großen Konferenz die Arbeitsthemen fürs Folgejahr fest. Bei der Jahreskonferenz 2015 wurde deutlich: Die Unternehmen in der Region wünschten sich so rasch wie möglich Informationen und Unterstützung bei der Integration von Geflüchteten. Schon früh sahen viele Firmen die Chancen der Zuwanderung, aber auch die Herausforderungen im Unternehmensalltag. Schnell war deshalb klar: Ein Tagesseminar für Ausbilderinnen, Ausbilder und Personalverantwortliche könnte hilfreich sein. Zusammen mit den beiden Netzwerkpartnern Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und MigraNet – das IQ Landesnetzwerk Bayern (Teil des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung“) konnte dann sehr schnell ein passendes Seminarkonzept entwickelt und gestartet werden. Ziel der Seminare ist es, allen Beschäftigten von Unternehmen, die dort mit der Integration von Geflüchteten am Arbeitsplatz betraut sind, kompakt das erforderliche Basiswissen zu vermitteln.

Maßnahmen

Die Tagesseminare des Netzwerks Allianz pro Fachkräfte wenden sich speziell an Ausbilderinnen und Ausbilder, Personalverantwortliche und andere Menschen in Unternehmen, die direkt in die betriebliche Integration von geflüchteten Menschen involviert sind. Sie erfahren kompakt die wichtigsten rechtlichen Rahmenbedingungen, werden interkulturell sensibilisiert und erarbeiten in Gruppen alles Wesentliche rund um das Finden, Einstellen und Binden von Geflüchteten. Geleitet wird jedes Seminar von einem externen Experten. Während der Projektlaufzeit konzipierten die Netzwerkpartner zudem einen Aufbaukurs.

In Mittelfranken bietet die IHK Nürnberg die Seminare im Rahmen der Allianz pro Fachkräfte inzwischen flächendeckend an. Sie kooperiert dabei mit den lokalen Ausländerbehörden und Arbeitsagenturen. Deren jeweils zuständige Ansprechpartner sowie die Willkommenslotsin der IHK Nürnberg fungieren als Koreferenten, so dass die Seminarteilnehmer zugleich wichtige Kontakte knüpfen können, die hinterher die Integration zusätzlich erleichtern.

Weiteres Produkt des Projektes ist in der Stadt Nürnberg ein regelmäßiger Stammtisch, den die IHK Nürnberg gemeinsam mit der Handwerkskammer, beides Netzwerkpartner, anbietet. Hier können die vormaligen Seminarteilnehmer und Verantwortlichen Behörden Erfahrungen austauschen.

Ergebnisse und Erfolgsfaktoren

Das Tagesseminar konnte innerhalb eines Zeitraums von wenigen Wochen konzipiert und erstmals angeboten werden, weil sich die Akteure alle gut kennen und vertrauensvoll zusammenarbeiten. So konnten aufwändige Abstimmungen und Interessensklärungen entfallen. Die Seminare selbst stoßen auf großes Interesse und sind auch deshalb erfolgreich, weil die Koreferenten zugleich die zuständigen Ansprechpartner auf Behördenseite sind. So entsteht zwischen ihnen und immer mehr Unternehmen ein kurzer Draht zur Abstimmung in Fragen der betrieblichen Integration.

Das Curriculum wurde inzwischen im Rahmen der Initiative „Integration durch Ausbildung und Arbeit“ der Bayrischen Staatsregierung auf das gesamte Bundesland ausgeweitet. Gleichzeitig wird es von der DIHK Bildungs-GmbH, die am Entstehungsprozess beteiligt war, bundesweit angeboten.