Ausländische Fachkräfte integrieren: der Internationale Club Ostwürttemberg

In den Unternehmen in Ostwürttemberg arbeiten rund 250 ausländische Fach- und Führungskräfte. Der Internationale Club, ein Projekt der Fachkräfteallianz Ostwürttemberg, bietet Sozialkontakte und viel Gelegenheit, sich zu vernetzen und die Region kennenzulernen.

Handlungsfelder:

Integration und/oder Zuwanderung

Zielgruppen:

Führungskräfte, Unternehmen

Bundesland:

Baden-Württemberg

Ausgangslage und Ziele

Zahlreiche Fach- und Führungskräfte aus dem Ausland zieht es in die Wirtschaftsregion Ostwürttemberg. In den dortigen Unternehmen sind sie hoch willkommen. Die wahre Herausforderung für viele von ihnen ist dabei allerdings nicht die Arbeit, sondern der Alltag im fremden Land. Denn 80 Prozent der rund 250 ausländischen Fach- und Führungskräfte in der Region sind allein nach Deutschland gekommen, ob für mehrere Monate, wenige Jahre oder dauerhaft. Viele von ihnen sprechen anfangs zudem kaum oder gar kein Deutsch, was ein rasches Einleben ebenfalls erschwert.

Mit dem Internationalen Club Ostwürttemberg hat sich die Fachkräfteallianz Ostwürttemberg deshalb zum Ziel gesetzt, diesen Menschen ein Stück „Heimat auf Zeit“ zu bieten und ein ungewöhnliches Integrationsangebot zu machen. Wer kommt, soll sich in der Region schnell wohl- und wie zu Hause fühlen.

Maßnahmen

Alle sechs Monate erstellen die Organisatoren des Internationalen Clubs ein abwechslungsreiches Programm, das zum Beispiel gemeinsame Ausflüge bietet, Informationsveranstaltungen, Firmenbesuche und vieles mehr. Jeweils ein Unternehmen aus dem Kreis der Partner übernimmt für ein Angebot die Verantwortung. Die Angebote reichen von einer Stadt- oder Schlossführung über eine Besichtigung des Logistikzentrums eines örtlichen Unternehmens bis zur Brauerei-Tour. Auf der Internetseite des Clubs finden Interessierte weiterführende Informationen und das aktuelle Veranstaltungsangebot. Offen ist die Teilnahme auch für deutsche Fach- und Führungskräfte mit Auslandserfahrung, die am Austausch mit internationalen Arbeitnehmern interessiert sind.

Inzwischen zählt der Internationale Club Ostwürttemberg 180 eingetragene Mitglieder aus dem Kreis der ausländischen Fach- und Führungskräfte in der Region. Tragende Partner des Clubs sind die fünf Unternehmen Bosch Automotive Steering, Bosch Hausgeräte, Paul Hartmann, Voith und Zeiss sowie vier Hochschulen der Region. Diese engagieren sich, weil ihnen die Integration ausländischer Dozenten und Studierender ein wichtiges Anliegen ist. Letztere sind auch eine wichtige Zielgruppe für die regionalen Unternehmen, bei denen der Fachkräftebedarf kontinuierlich steigt. Deshalb lädt der International Club auch gezielt zu Informationsveranstaltungen, bei denen die ausländischen Studierenden mit Unternehmensvertretern zusammentreffen und Job-Perspektiven kennenlernen. Die IHK Ostwürttemberg hält die Fäden zusammen.

Ergebnisse und Erfolgsfaktoren

Der Internationale Club Ostwürttemberg wurde bereits 2005 gegründet. Im Laufe der Jahre stiegen die Zahl der Mitglieder und Veranstaltungen kontinuierlich an. Der Erfolg hat viel mit der engen Verzahnung mit den vielen Firmen vor Ort zu tun. Der Club hat sich längst als Ort etabliert, an dem Kontakte geknüpft werden und private Freundschaften entstehen. Die Organisatoren loben das hohe Engagement aller Beteiligten, das wesentlich zu einer gelebten Willkommenskultur beitrage.

Schöner Nebeneffekt: Viele Fach- und Führungskräfte geben ihre positiven Erfahrungen nach ihrer Rückkehr in die Heimat weiter, so dass sich immer wieder neue Kolleginnen und Kollegen dazu entschließen, nach Ostwürttemberg zu gehen. Davon profitieren die regionalen Unternehmen.