Attraktive Arbeitgeber: „Mit dem Bachelor-Traineeprogramm in den Mittelstand“

An fünf Hochschulen reift in Ostwestfalen-Lippe der Fachkräftenachwuchs heran. Doch viele Absolventen wissen gar nicht, dass es in nächster Nähe viele attraktive Arbeitgeber mit reizvollen Perspektiven gibt. Das ändert sich gerade dank des Projekts „Mit dem Bachelor-Traineeprogramm in den Mittelstand“.

Handlungsfelder:

Unternehmensthemen, Demografie

Zielgruppen:

Studienabbrecher, Studierende, Unternehmen

Bundesland:

Nordrhein-Westfalen

Ausgangslage und Ziele

Ostwestfalen-Lippe (OWL) ist eine bedeutende Wirtschaftsregion mit zahlreichen Weltmarktführern und attraktiven Arbeitsplätzen. Dennoch finden Hochschulabsolventen und vor allem die zahlreichen kleinen und mittleren Betriebe (KMU) in der Region zu selten zusammen.

Das wollte die Initiative für Beschäftigung OWL e.V. ändern und rief das Projekt „Mit dem Bachelor-Traineeprogramm in den Mittelstand“ ins Leben. Das Programm ist auf die Anforderungen und Bedürfnisse von KMU ausgerichtet und erhöht deren Sichtbarkeit und Attraktivität als Arbeitgeber. Es macht auf die regionale mittelständische Wirtschaft aufmerksam und führt den jungen Erwachsenen Perspektiven vor Augen, um sie idealerweise bereits nach dem Bachelorabschluss an einer der Hochschulen in OWL in der Region zu halten.

Maßnahmen

Das Projekt, inzwischen beendet, bestand aus drei Säulen: Die Initiative für Beschäftigung OWL vermittelte Absolvierende in bestehende Traineeprogramme teilnehmender Firmen. Die zweite Säule: erweiterte Seminarangebote der Karrierezentren der teilnehmenden Hochschulen. Die KMUs konnten ihre Berufsstarter dorthin schicken, um sich weiterzubilden und ihr individuelles Kompetenzprofil zu erweitern. Die Seminarangebote waren dabei konsequent am Bedarf der Teilnehmer und Betriebe ausgerichtet.

Als dritte Säule begleitete die Initiative für Beschäftigung OWL den Prozess und führte übergreifende Netzwerkveranstaltungen für die teilnehmenden KMU sowie die Berufseinsteigerinnen und -einsteiger durch. Dort erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die regionale mittelständische Wirtschaft in OWL und konnten untereinander Erfahrungen austauschen. Gleichzeitig boten die Veranstaltungen die Chance, sich mit Fach- und Führungskräften aus den Betrieben auszutauschen und so ein individuelles Karrierenetzwerk aufzubauen.

Das Netzwerk aus 174 Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Organisationen fungierte als Multiplikator für das gesamte Programm. Es war Teil des Gesamtprojektes Bildungscluster OWL, das im Wettbewerb „Bildungscluster“ des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft 2013 erschlossen wurde und mit 250.000 Euro dotiert war.

Ergebnisse und Erfolgsfaktoren

Das Projekt wäre ohne die enge Kooperation der vielen Netzwerkpartner nicht möglich gewesen. Drei Beispiele: Die fünf staatlichen (Fach-)Hochschulen in OWL leisteten einen zentralen Beitrag, indem sie die Zielgruppe direkt erschlossen. Der Kooperationspartner OWL GmbH brachte seine langjährige Erfahrung im Standort- und Regionalmarketing sowie der Umsetzung von Arbeitsmarktprogrammen ein. Die Initiative für Beschäftigung OWL wiederum, die das Netzwerk koordiniert, gewann die Unternehmen, koordinierte das Matching zwischen ihnen und den Bewerbern und half auch bei der Entwicklung von Traineeprogrammkonzepten oder der Koordination des Weiterbildungsangebots.

Stolpersteine gab es auch. So zeigte sich viel Aufklärungsbedarf über Sinn und Vorteile eines Traineeprogramms, zudem benötigten vor allem kleinere Betriebe viel Unterstützung bei der Konzeption. Deshalb lag der Fokus im ersten Projektjahr auf Informationsangeboten für KMU und Absolvierende sowie auf dem Aufbau eines vollständigen Traineeprogramms. Erst im zweiten Jahr konnten diese dann starten.

Das Projekt wurde inzwischen beendet. Auf Anfrage erhalten interessierte Unternehmen – auch über OWL hinaus – jedoch auch weiterhin alle relevanten Informationen zum Projekt per Mail, um ebenfalls ein Traineeprogramm ins Leben zu rufen.