Aktionswoche zur Inklusion: das Projekt „Perspektiven gewinnen“

Die Firmen der Region Stuttgart suchen Fachkräfte, schöpfen bislang aber nicht alle Möglichkeiten aus. Menschen mit Behinderung etwa erhalten bisher nicht genügend Chancen, sich auf dem ersten Arbeitsmarkt zu beweisen. Mit „Perspektiven gewinnen – Aktionswoche zur Inklusion von Menschen mit Behinderung in den offenen Arbeitsmarkt“ bringt die Fachkräfteallianz Region Stuttgart niederschwellig Firmen und Bewerber zusammen.

Handlungsfelder:

Inklusion

Zielgruppen:

Menschen mit Behinderungen, Unternehmen

Bundesland:

Baden-Württemberg

Ausgangslage und Ziele

Für ein direktes Zusammenarbeiten von Menschen mit und Menschen ohne Behinderungen gibt es in der Arbeitswelt oft nur wenig Gelegenheit. Dadurch bleibt vielfach ein großes Fachkräftepotenzial ungenutzt. Auch in der Region Stuttgart haben viele Firmen erkannt, dass sie von den oft gut qualifizierten Menschen mit Behinderung profitieren könnten. Doch aus allen möglichen Gründen finden diese Menschen und die Firmen häufig nicht zusammen. Unter anderem mangelt es an Informationen und niederschwelligen Angeboten zum Einstieg. Deshalb hat sich die Fachkräfteallianz Region Stuttgart im Herbst 2016 im Rahmen der bundesweiten Aktion „Woche der Menschen mit Behinderung“ mit einer eigenen Aktionswoche zur Inklusion von Menschen mit Behinderung in den offenen Arbeitsmarkt beteiligt. Im Spätherbst 2017 findet die zweite Aktionswoche statt. Ziel: ein erfolgreiches Matching zwischen interessierten Betrieben und Arbeitskräften mit Behinderung.

Maßnahmen

Jeweils vier bis fünf Monate vor der „Woche der Menschen mit Behinderung“ beginnt die konkrete Projektarbeit. In mehreren Arbeitsgruppen bereiten die Netzwerkpartner die Aktionswoche, die unter dem Motto „Perspektiven gewinnen!“ steht, vor. Unter anderem führen sie eine Informationsveranstaltung durch und haben einen Fragebogen entwickelt, den interessierte Unternehmen bis ca. sechs Wochen vor der Aktionswoche ausfüllen können. Auf dieser Basis hilft das Netzwerk, die zur jeweiligen Firma passenden Menschen auszuwählen. Während der eigentlichen Aktionswoche besuchen Menschen mit Einschränkungen dann die Unternehmen in der Region, um dort über Schultern zu schauen, mitzuarbeiten, auszuhelfen – je nachdem, wie es passt. Das Unternehmen kann Tag und Dauer des Besuchs auf seinen Arbeitsalltag abgestimmt festlegen. In der individuellen Vorbereitung planen Netzwerk und Firma gemeinsam, wie der Besuch im Einzelnen aussehen soll, welche Inhalte sinnvoll sind und wie der Besuch ablaufen soll.

Ergebnisse und Erfolgsfaktoren

Mit dem Verlauf der ersten Aktionswoche vom 28. November bis 2. Dezember 2016 sind die Netzwerkakteure sehr zufrieden. 35 Arbeitgeber haben sich an dem Informations- und Besuchsprogramm beteiligt, rund 60 Menschen mit Behinderung konnten als Besucher an die Firmen vermittelt und begleitet werden. Dieses niederschwellige Angebot hat einen wertvollen Beitrag geliefert, um bei den Betrieben die Bereitschaft zu stärken, auch Bewerber und Bewerberinnen mit Behinderung in Betracht zu ziehen und Türen zu öffnen. Dies ist die beste Werbung für die zweite Auflage der Aktionswoche im Spätherbst 2017, bei der die Netzwerkpartner mit ähnlich vielen Firmen und Interessenten rechnen.