23.05.2013 | Was macht eigentlich...

...die Projektumsetzung des Netzwerks "Erschließung der Bildungspotenziale von Menschen mit Migrationshintergrund"?

Um den mittel- und langfristigen Fachkräftebedarf in der Metall- und Elektroindustrie in der Region Heilbronn decken zu können, konzipierte das Netzwerk verschiedene Projekte. Wir haben uns nach dem aktuellen Stand erkundigt.

Frau Seidel, als Ihr Netzwerk beim 1. Innovationstag 2012 als innovatives Netzwerk ausgezeichnet wurde, haben Sie einige neue Projekte zur Fachkräftesicherung vorgestellt. Wie haben sich diese entwickelt und welche Erfolge konnten erzielt werden? 
Die Girls´Day Akademie ist ein richtiger Magnet geworden. In Baden-Württemberg gibt es mittlerweile 22 Standorte, an denen sich Schülerinnen über ein Schuljahr hinweg mit MINT-Berufen beschäftigen. Fast täglich erreichen uns Anfragen aus dem gesamten Bundesgebiet. Die Regionaldirektion Baden-Württemberg hat deshalb eine bundesweite Servicestelle bei sich eingerichtet. 

Das Sprachtraining ist ebenfalls durchgeführt worden. Die Teilnehmer waren überwiegen Schulabgänger des Jahres 2013. Bei Ihnen wird sich in den nächsten Wochen zeigen, wie stark sie vom Gelernten profitieren können.

Immer Sommer letzten Jahres haben zehn junge Menschen ihre betriebliche Einstiegsqualifizierung beendet. Nach einem Vorbereitungsseminar konnten sie ein knappes Jahr Berufe im Metall- und Elektrobereich kennen lernen und sich in den Betrieben als künftige Azubi präsentieren. Begleitet wurden sie in dieser Zeit von Sozialpädagogen. Acht Teilnehmer haben sich so gut entwickelt, dass sie anschließend in eine Ausbildung in einem Metall- oder Elektroberuf begonnen haben.  

Ein besonders schöner Erfolg für das Netzwerk ist, dass das Angebot zur modularen Nachqualifizierung  so gut angenommen wurde. Knapp 50 An- und Ungelernte erarbeiten sich derzeit auf diesem Weg einen beruflichen Abschluss.  Neben der Sicherung des Fachkräftebedarfes für die Unternehmen  wirkt diese Maßnahme unmittelbar auf die berufliche Perspektive jedes Einzelnen. 

Was haben Sie dafür getan und welche Schwierigkeiten gab es? 
Wir mussten für alle Maßnahmen intensiv werben. Ziel unserer Aktivitäten ist es ja, die Maßnahmen dauerhaft in der Region zu verankern. Dazu benötigen wir Partnerinnen und Partner, die sich an der Umsetzung beteiligen und das Thema strategisch in ihren Organisationen verankern. Das ist uns gelungen.

Als besonders anspruchsvoll hat sich die Teilnehmergewinnung für das Azubi-Sprachtraining erwiesen. Bewerberinnen und Bewerber, die bereits eine Ausbildungszusage in der Tasche hatten,  wollten vorher ungern nochmal die Schulbank drücken.    

Wenn ein anderes Netzwerk Ihre Ideen aufgreifen will, was würden Sie da mit auf den Weg geben?
Der Erfolgsfaktor für das Netzwerk "Erschließung der Bildungspotenziale von Menschen mit Migrationshintergrund" Heilbronn ist die enge Verzahnung mit allen Akteuren, die am Arbeits- und Ausbildungsmarkt aktiv sind. Diese breite Basis sorgt dafür, dass die Aktivitäten passgenau gestaltet werden konnten und ihre Umsetzung auch in kritischen Momenten im Fokus bleibt.

Die konsequente Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen ist aber nur durch den hohen persönlichen Einsatz aller im Bündnis beteiligten Personen möglich geworden. Die Maßnahmen sind keine Selbstläufer und müssen am Laufen gehalten werden.