Wo der Berufseinstieg besonders lukrativ ist

Der neue Gehaltsreport der Online-Jobbörse Stepstone zeigt, in welchen Branchen, Bundesländern und mit welchen Abschlüssen Hochschulabsolventen das höchste Einstiegsgehalt rausholen.

Der Weg durchs Medizinstudium ist für viele Studenten eine Tortur. Monatelanges Lernern fürs Physikum, dann das praktische Jahr und zum Schluss auch noch die Doktorarbeit. Aber all die Mühen lohnen sich, nicht nur für den Traumjob, sondern auch fürs Bankkonto. Denn laut Gehaltsreport der Online-Jobbörse Stepstone sind Mediziner die Top-Verdiener unter den Berufseinsteigern. Im Mittel kommen die jungen Ärzte auf 52.668 Euro – rund 8000 Euro mehr als der Durchschnittsabsolvent.

Laut der Auswertung von 200.000 Gehaltsdaten junger Fachkräfte, die maximal zwei Jahre im Job waren, verdienen Jobneulinge jährlich im Schnitt 44.310 Euro. Naturwissenschaftler und Wirtschaftsingenieure gehören mit knapp unter 50.000 Euro Jahresgehalt zu den Besserverdienern. Historiker und Kulturwissenschaftler bilden mit 35.000 Euro die Schlusslichter der Gehaltsauswertung. Ähnlich schlecht bezahlt werden Philosophen, Geisteswissenschaftler und Sozialpädagogen.

Allen Studiengängen gemein ist hingegen, dass sich ein Master auch weiterhin lohnt. Durchschnittlich bringt der weiterführende Abschluss 14 Prozent mehr Gehalt. Zumindest am Anfang. „Beim weiteren Karriereverlauf haben allerdings andere Faktoren wie Berufserfahrung, Personalverantwortung oder ein Wechsel der Branche einen Einfluss auf die Höhe des Gehalts“, sagen die Studienautoren.

Außerdem können Berufseinsteiger, die bei großen Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern anheuern, mit deutlich mehr Gehalt rechnen. Sie verdienen im Schnitt rund 48.000 Euro. Wer bei Ein- bis 500-Mann-Buden unterkommt, muss finanzielle Abstriche machen. Dort gibt es durchschnittlich 41.300 Euro. Und trotzdem entscheiden sich Jahr für Jahr Tausende Absolventen für Start-ups oder kleine Mittelständler. „Das Gehalt spielt für junge Fachkräfte zwar eine Rolle, ist aber nur einer von vielen Faktoren“, sagt Philipp Löwer, Karriereexperte bei Stepstone. Wichtig seien vor allem vielfältige Aufgaben, gute Entwicklungsmöglichkeiten und eine Unternehmenskultur, in der sie sich wohlfühlten.

Wer am Monatsende dennoch möglichst viel Geld im Portemonnaie haben möchte, sollte sich lukrative Branchen wie die Chemie- und Automobilindustrie oder das Bankgewerbe aussuchen. Dort lassen sich Einstiegsgehälter von über 50.000 Euro erzielen. Am schlechtesten verdienen Neulinge in den Bereichen Freizeit, Kultur und Tourismus.

Und auch die regionalen Gehaltsunterschiede sind erheblich. Je nach Beruf und Branche können sie von Bundesland zu Bundesland um mehr als 10.000 Euro variieren. Baden-Württemberg und Bayern mit ihren vielen mittelständischen Weltmarktführern und den großen Autobauern liegen an der Spitze. Gefolgt von Hessen, das vor allem vom internationalen Finanzplatz Frankfurt profitiert. Der Osten Deutschlands bildet das Schlusslicht in Sachen Einstiegsgehalt.