Medienbeobachtung Juli-August 2019

Der Sommer in Deutschland neigt sich langsam dem Ende zu. Die vergangenen Wochen kann man dabei auch so beschreiben: Urlauber kommen und gehen – der Fachkräftemangel bleibt. Übrigens nicht nur in der Touristikbranche, sondern in immer mehr Branchen. Hoffnung setzen die Unternehmen deshalb in das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das diesen Sommer verabschiedet wurde und am 1. März 2020 in Kraft tritt. Darüber berichteten die Medien natürlich. Aber auch über die Reise des Bundesgesundheitsministers in den Kosovo, die unter anderem das Ziel hatte, Pflegekräfte für Deutschland zu gewinnen. Und darüber, dass vor allem der Mittelstand derzeit gleich doppelt herausgefordert ist: durch den Fachkräftemangel einerseits, die nachlassende Konjunktur andererseits.

Kleine und mittlere Betriebe auf dem Land haben es besonders schwer, Fachkräfte zu gewinnen. Wie das dennoch gelingen kann, ist ebenfalls Thema unserer Medienschau; auch einige regionale Medien befassen sich diesen Sommer mit diesem Problem – von Siegen über Wolfsburg bis Thüringen.

Im östlichen Mecklenburg-Vorpommern setzt sich das Netzwerk „Cleveres Köpfchen – Glowka pracuje“ seit Jahren mit Erfolg dafür ein, polnische Jugendliche für eine Ausbildung in Deutschland zu gewinnen. Das Netzwerk wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales schon als „Innovatives Netzwerk“ ausgezeichnet. Vorgestellt wurde seine Arbeit diesen Sommer in einem großen Beitrag auf Deutschlandfunk Kultur.

Thema in unserem „Schlaglicht Arbeiten 4.0“: Können Roboter Fachkräfte ersetzen?

Können Sie? Lesen Sie selbst.


Überregionales

Das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz tritt am 1. März 2020 in Kraft. In diesem Zusammenhang fordert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) nach einem Bericht der FAZ von Ende Juli, dass Visa für Fachkräfte schneller vergeben werden. Die Bundesregierung müsse zügig die Voraussetzungen für eine verstärkte Anwerbung ausländischer Fachkräfte schaffen. „Für die hiesigen Betriebe kommt es nun darauf an, dass es ab 2020 wirklich beschleunigte Verfahren bei der Anwerbung von Fachkräften aus dem Nicht-EU-Ausland gibt“, zitiert die FAZ DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Das Problem: In vielen Auslandsvertretungen lägen die Wartezeiten für einen Termin und zur Visa-Erteilung bei bis zu einem Jahr.

Wie der TAGESSPIEGEL im Juli meldete, lockt Deutschland zu wenig Fachkräfte an. Um den Bedarf zu decken, müssten bis 2060 jedes Jahr 260.000 Menschen einwandern, schreibt die Zeitung aus Berlin unter Berufung auf das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Das jüngst beschlossene Einwanderungsgesetz für Fachkräfte solle da Abhilfe schaffen. „Das Gesetz ist ein richtiger Schritt, aber es werden dadurch nicht Zehntausende von Fachkräften kommen“, zitiert das Blatt ein Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit (BA). Mit dem neuen Gesetz glaube allerdings selbst die Bundesregierung, allenfalls 25.000 Fachkräfte pro Jahr ins Land locken zu können, schreibt der TAGESSPIEGEL.

„Für Arbeitnehmer brechen härtere Zeiten an“, titelte die WELT im Juli. Der Grund: Angesichts der schwächelnden Konjunktur stagniere der Beschäftigungsaufbau in den Unternehmen. Sie würden weniger Stellen schaffen, die Arbeitslosigkeit sinke kaum noch, berichtete die Tageszeitung unter Berufung auf aktuelle Zahlen der BA. Allerdings betreffe diese Entwicklung nicht alle Arbeitnehmer gleichermaßen. „Für Fachkräfte sind die Jobaussichten weiterhin gut, auch weil die Entlassungsquote der Unternehmen auf einem historischen Tiefststand liegt“, zitiert die WELT eine Ökonomin vom IAB. Anders sehe es hingegen bei Geringqualifizierten aus: Es sei mit einem Verlust von Helfer-Jobs zu rechnen.

Die nachlassende Konjunktur stellte Mittelständler vor eine doppelte Herausforderung, schreibt das Handelsblatt im August: Die Firmen müssten sparen – und gleichzeitig Fachkräfte einstellen. „Sie sehen die Risiken, wissen aber gleichzeitig, dass sie dringend die richtigen Fachkräfte brauchen, um die digitale Zukunft zu stemmen“, heißt es in dem Bericht. Um diese zu locken, sei aber die Höhe des Gehaltes gar nicht so entscheidend. Was jetzt zähle, seien gute Konzepte – von Home-Office-Angeboten über gezieltere Job-Anzeigen bis zum Aufbau gleich mehrerer Arbeitgebermarken je nach gesuchter Zielgruppe.

Dazu passt ein Bericht in der WELT. Anfang August schrieb die Zeitung unter Berufung auf eine Auswertung der Online-Jobplattform Stepstone, die meisten Fachkräfte würden kleine Firmen großen Konzernen vorziehen. „Dafür nehmen sie sogar finanzielle Einbußen in Kauf. Die begehrten Unternehmen punkten mit Standort und Sinnhaftigkeit.“ Für 59 Prozent der Wirtschaftswissenschaftler, Ingenieure und Techniker in Deutschland seien Mittelständler der Auswertung zufolge die erste Wahl, nur 13 Prozent würden lieber bei einem Großkonzern anheuern wollen. „„Der Mittelstand ist als Arbeitgeber besonders für Menschen attraktiv, die unmittelbar Ergebnisse ihrer Arbeit sehen und schnell Verantwortung übernehmen wollen“, zitiert die WELT eine Stepstone-Expertin. „Für Fachkräfte, die ihren Traumjob suchen, sind diese Faktoren heute oft wichtiger als ein hohes Gehalt.“

Kleine und mittlere Betriebe (KMU) haben Probleme, offene Stellen zu besetzen. Dies betreffe vor allem KMU auf dem Land, berichtete handwerk.com Ende Juli. Laut einer Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels seien die Fachkräfteengpässe auf dem Land besonders gravierend: Während in kreisfreien Großstädten etwas mehr als die Hälfte der Betriebe mit Problemen bei der Besetzung offener Stellen rechne, seien es in Landkreisen fast drei Viertel. Dies gelte laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) auch für Auszubildende. Als Gründe nennt handwerk.com unter anderem, dass es auf dem Land mehr KMU des Bau- und Verarbeitenden Gewerbes gebe, bei denen deutlich mehr Betriebe Probleme bei der Stellenbesetzung hätten als Dienstleister, die in Städten dominieren würden. Zudem würden Unternehmen in der Stadt sich deutlich häufiger aktiv um Fachkräfte aus anderen Regionen bemühen, bei Umzügen unterstützen und bei der Suche nach einem Kita-Platz helfen.

Wie SPIEGEL ONLINE im August mitteilte, steigt die Zahl der Akademiker aus dem Ausland. „Fast jeder fünfte Akademiker auf dem Arbeitsmarkt hierzulande hat keinen deutschen Pass“, heißt es in dem Bericht. Dabei spiele die Zuwanderung aus der EU eine immense Rolle. Die meisten der im Ausland geborenen Akademiker stammen demnach aus Polen, gefolgt von Russland und Rumänien.

Eine Untersuchung der Bundesagentur für Arbeit (BA)zu Fachkräfteengpässen gibt einen aktuellen Überblick darüber, wo die meisten Stellen offen sind. „Klempner, Sanitärinstallateure, Heizungs- und Klimatechniker sind die begehrtesten Berufe in Deutschland – zumindest aus Arbeitgebersicht“, berichtete der Nachrichtensender ntv im August unter Berufung auf die BA. In keiner anderen Branche dauere es so lange, freie Stellen zu besetzen. Laut der Untersuchung seien fast zwei Drittel aller freien Stellen in diesen Gewerken länger als drei Monate unbesetzt, die durchschnittliche Vakanzzeit betrage mittlerweile 200 Tage. An zweiter Stelle folge die Altenpflege mit 199 Tagen Vakanzzeit vor Bodenlegern mit 185 Tagen. „Abgesehen vom Lehrlings- und Azubimangel fehlen auch Anwärter mit abgeschlossener Berufsausbildung“, meldet ntv.

Bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt gehe es nach Einschätzung des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) deutlich schneller voran als zunächst angenommen, meldete FOCUS ONLINE im August. "Ich rechne damit, dass im Herbst ungefähr 40 Prozent der Flüchtlinge in erwerbsfähigem Alter einer Beschäftigung nachgehen. Damit wäre die Integration in den Arbeitsmarkt etwa ein Jahr schneller verlaufen, als wir es bei früheren Flüchtlingsbewegungen nach Deutschland festgestellt haben", zitiert das Magazin einen IAB-Experten. Etwa 50 Prozent der Flüchtlinge mit Job seien als Fachkräfte oder Spezialisten und Experten tätig – und das, obwohl nur jeder fünfte Geflüchtete vor der Flucht einen Berufsabschluss gemacht oder ein Hochschulstudium abgeschlossen habe. „Die Erklärung ist“, so der IAB-Forscher, „dass diese Menschen in ihren Heimatländern ohne Abschluss relativ qualifizierte Tätigkeiten ausgeübt haben.“

In Deutschland fehlen mindestens 50.000 Pflegekräfte in Krankenhäusern, Heimen und ambulanten Diensten. Deshalb warb Bundesgesundheitsminister Jens im Juli im Kosovo persönlich um Alten- und Krankenpfleger für Deutschland. „Daher sollen es Fachkräfte aus dem Kosovo künftig einfacher haben, in Deutschland zu arbeiten – dafür müssten ihre Berufsabschlüsse unkomplizierter in Deutschland anerkannt werden“, heißt es in einem Bericht auf ZEIT ONLINE von Mitte Juli. Im Gegenzug wolle Deutschland die Republik Kosovo beim Aufbau eines Gesundheitssystems unterstützen. Auch bei der Ausbildung von Fachkräften im Gesundheitswesen wollen beide Länder stärker zusammenarbeiten.

Währenddessen titelt der TAGESSPIEGEL aus Berlin Anfang August – übrigens unter Nutzung desselben Fotos wie der Bericht auf ZEIT ONLINE: „Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz laugt den Balkan aus. Was hier helfe, richte dort Schäden an, schreibt die Berliner Tageszeitung, und weiter: „Im EU-Wartesaal fürchten Arbeitgeber, dass sich der Sog in die Ferne verstärkt, dass immer mehr Fachkräfte abwandern.“ Schon seit 2015 hätten jährlich mindestens 50.000 Menschen Bosnien und Herzegowina verlassen, klage eine bosnische Zeitung: „Wenn in Deutschland das Gesetz in Kraft tritt, das die Auswanderungsprozeduren vereinfachen und beschleunigen wird, könnte es auf dem heimischen Arbeitsmarkt zu einem nie erlebten Kollaps kommen.“

Mit Blick auf einen Bericht des regionalen Fernsehsenders RTF1 allerdings könnte man antworten: Habt Geduld, die Menschen kehren bald zurück! Der baden-württembergische Sender meldete Anfang August nämlich, die Zahl ausländischer Fachkräfte für Gesundheits- und Krankenpflege, die pro Jahr nach Deutschland kommen, sei in den vergangenen Jahren zwar stark gestiegen, doch viele würden nicht bleiben. Ein Forschungsteam des Instituts für Sozialforschung an der Universität Frankfurt/Main habe 60 einheimische und zugewanderte Pflegefachkräfte sowie ihre Vorgesetzten zu ihren Erfahrungen befragt. Ein Ergebnis: „Viele Pflegefachkräfte aus dem Ausland sind frustriert, weil sie das Gefühl haben, ‚unter Wert' arbeiten zu müssen", zitiert RTF1 eine Forscherin. Im Gegensatz zu Deutschland hätten nämlich Pflegefachkräfte zum Beispiel aus Spanien, Portugal, Griechenland und Polen an Hochschulen studiert und seien es gewohnt, mehr medizinnahe Tätigkeiten und Management-Aufgaben zu übernehmen, die in Deutschland meistens Ärztinnen und Ärzten vorbehalten seien.
 

Regionale Meldungen

„Wie lassen sich ausländische Fachkräfte in unsere Region locken?“, wollen die WOLFSBURGER NACHRICHTEN wissen. Dazu habe das regionale Welcome-Center eine Veranstaltung durchgeführt. Die Zeitung zitiert einen mittelständischen Unternehmer mit dem Vorschlag, ein Netzwerk zu gründen, in dem sich kleine und mittlere Betriebe einen Mentor für ihre ausländischen Mitarbeiter teilen könnten. Weitere Idee: Stellenausschreibungen auch auf Englisch, denn Stellenbörsen wie die von der Arbeitsagentur seien inzwischen international vernetzt. Auch sollte die Politik verstärkt Sprachkurse fördern.

Nicht nur ländliche Regionen verzeichnen Fachkräfteengpässe. Auch „Unternehmen in der deutschen Hauptstadt fällt es zunehmend schwer, offenen Stellen zu besetzen“, heißt es in der Berliner Morgenpost. Der Fachkräftebedarf der Firmen in Berlin sei zwischen 2017 und 2018 um mehr als 20 Prozent auf 185.000 Stellen angestiegen. Gleichzeitig würden jedoch auch mehr Arbeitsplätze vakant bleiben. Die Zahl der unbesetzten Fachkräftestellen sei von 55.000 auf 70.000 gewachsen.

„Berlins Betriebe tragen selbst Schuld am Fachkräftemangel“, zitiert der TAGESSPIEGEL dazu die Berliner Arbeitssenatorin, „weil sie zu wenig ausbilden“. Vor allem bei der Ausbildung junger Menschen sehe die Politikerin noch Nachholbedarf. „Denn, so rechnete die Senatorin am Montag vor, lediglich 20 Prozent der Betriebe hätten im vergangenen Jahr ausgebildet, während es im Gesamtdeutschland 29 Prozent der Betriebe gewesen seien“, schreibt die Zeitung. Die Wirtschaft habe allerdings entschieden widersprochen.

In der Region Bodensee-Oberschwaben ist der Fachkräftemangel die größte Herausforderung für viele Unternehmen. Das führe zu Wertschöpfungsverlusten, denn wo Fachkräfte fehlen, müssen Aufträge abgelehnt oder geschoben werden, berichtete die Schwäbische Zeitung Mitte August. 2019 verliere die Region dadurch etwa 1,3 Milliarden Euro an Wertschöpfung. „In den nächsten zehn Jahren“, heißt es unter Berufung auf die IHK Bodensee-Oberschwaben, „fehlen der Region Bodensee-Oberschwaben im Schnitt jährlich 17.500 Fachkräfte. Davon rund 2.000 Akademiker und etwa 15.500 Menschen mit beruflicher Qualifikation.“

„Das Land Thüringen sagt dem Lehrlingsmangel den Kampf an“, meldete das Nachrichtenportal nnz-online im August. Mit einem neuen Förderprogramm unterstütze das Land die Gewinnung von Auszubildenden aus Drittstaaten. Aktuell lägen beim Wirtschaftsministerium 47 Förderanträge zur Anwerbung von insgesamt 102 Auszubildenden vor. Herkunftsländer seien dabei unter anderem Vietnam und die Ukraine. Der Nachwuchsmangel drohe zur Wachstumsbremse für die Thüringer Wirtschaft zu werden, zitiert das Nachrichtenportal den thüringischen Wirtschaftsminister. „Deshalb müssen wir auch neue Fachkräftepotentiale im Ausland erschließen.“

„Siegen – mein Herz trägt Krone“ heißt eine neue Kampagne regionaler Unternehmen zur Gewinnung von Fachkräften. „‚Was ist schlimmer als verlieren? Siegen!‘ Diese Charakterisierung der Krönchenstadt hat sich in den Köpfen der Menschen innerhalb und auch (weit) außerhalb der regionalen Grenzen eingebrannt“, schreibt die Siegener Zeitung. Dieses Gefühl umzukehren, sei das Ziel der Kampagne. Adressaten der Kampagne: vor allem Auszubildende, Studierende, Auspendler. „Es geht darum, Fachkräfte von den Vorteilen, die Siegen und das Umland zu bieten haben, zu überzeugen“, heißt es in dem Bericht.

 

Netzwerk-Nachrichten

Gute Presse für das Netzwerk „Cleveres Köpfchen – Glowka pracuje“, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales auch schon als „Innovatives Netzwerk“ ausgezeichnet wurde: Deutschlandfunk Kultur veröffentlichte im August einen langen Beitrag über Fachkräfte- und Azubiakquise im benachbarten Polen. Darin wird auch die Arbeit des Netzwerks vorgestellt. Das Ausbildungsprojekt „Cleveres Köpfchen“ sucht polnische Bewerberinnen und Bewerber und bereitet sie so vor, dass sie sich ab Ausbildungsbeginn im Wesentlichen nicht von Bewerbern aus Deutschland unterscheiden.

 

Schlaglicht Arbeiten 4.0

„Warum Roboter kein Ersatz für Fachkräfte sind“, erörterte Deutschlandfunk Kultur ebenfalls im August. Ob Maschinen fehlende Fachkräfte ersetzen könnten, spielt der Beitrag anhand eines Forschungsprojekts der Uniklinik Halle/Saale durch. Einer der Forscher warnt vor übertriebenen Erwartungen: „Und da müssen wir auch die Erwartungen begrenzen. Technik wird zukünftig unterstützend mehr einsatzfähig sein, aber es wird nicht die Lösung allein sein.“

Über die Arbeitsmoral junger Berufstätiger ärgert sich der Headhunter Klaus Hansen im Interview mit der Süddeutschen Zeitung (SZ). „Die Arbeitnehmer, die in den 1980er Jahren und später geboren sind, leben nicht, um zu arbeiten. Sie wollen das Leben genießen“, sagt Hansen, Partner der Headhunter-Firma Odgers Berndtson, die regelmäßig Führungskräfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Das Problem aus Hansens Sicht: „Wir konkurrieren längst mit Ländern und Märkten, in denen man nicht um 17 Uhr den Stift fallen lässt.“ In Asien etwa sei die Leistungsbereitschaft viel höher. Ohne die notwendige Flexibilität würden deutsche Betriebe langfristig nicht mithalten können. Gefragt nach etwas Positivem, sagt Hansen der SZ: „In Sachen Digitalisierung sind die Jüngeren fitter und lassen sich mehr auf die neue Arbeitswelt ein. Sie sind auch eher dazu bereit, die Branche zu wechseln. Davon profitieren Unternehmen definitiv.“