Ländermonitor berufliche Bildung 2017

Zum „Ländermonitor berufliche Bildung 2017“ der Bertelsmann-Stiftung erklärt der stv. DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks: Der Turnaround ist geschafft – wir müssen jetzt dran bleiben!

„Bewerber um einen Ausbildungsplatz haben heute bessere Chancen als noch vor wenigen Jahren – das gilt auch für Hauptschüler wie für Jugendliche mit Migrationshintergrund. Etwa 75 Prozent der Hauptschüler finden letztlich den Einstieg in die Berufliche Bildung. Obwohl viele Berufe komplexer geworden sind, haben sich seit 2007 die Chancen von Hauptschülern auf einen Ausbildungsplatz im dualen System deutlich verbessert.

Die Bertelsmann-Studie erfasst nur den Zeitraum bis 2015/16 und bildet so nicht das erfolgreiche Engagement der Beteiligten zur Integration von Flüchtlingen ab. Und das Engagement der Unternehmen bei der Beschäftigung von Flüchtlingen ist weiterhin hoch. Das berichten uns die IHKs nach zwei Jahren unseres gemeinsamen Aktionsprogramms zur Integration von Geflüchteten. Neben mehr Rechts- und Planungssicherheit für die Unternehmen sind gute Sprachkenntnisse der Geflüchteten besonders wichtig. Fast drei Viertel der IHKs halten allerdings das Angebot an berufsbezogenen Sprachkursen noch nicht für ausreichend.

Die deutsche Wirtschaft investiert in die Ausbildung ihrer künftigen Fachkräfte jedes Jahr rund 23 Milliarden Euro und sucht händeringend nach Nachwuchs. Unternehmen bieten leistungsstarken Jugendlichen attraktive Zusatzangebote, wie Auslandsaufenthalte oder Zusatzqualifikationen und stemmen sich so gegen den Trend zum Studium. Darüber hinaus fördern und begleiten sie vielfach leistungsschwächere Azubis in der Ausbildung. Jugendliche müssen mehr über die Ausbildungsinhalte erfahren sowie die damit verbunden guten Zukunftschancen. Wir dürfen nicht nachlassen, mit Vorurteilen in den Köpfen vieler Schüler und Eltern aufzuräumen und müssen die Berufliche Bildung noch viel stärker als lohnende Alternative zum Studium zu bewerben. Insbesondere die Abschlüsse der Höheren Berufsbildung, also Meister oder Fachwirte, bieten gute Verdienstmöglichkeiten und schützen noch besser vor Arbeitslosigkeit als ein Studium. An dieser Chancengleichheit müssen aber alle mitarbeiten. Es gilt: Wer für Berufliche Bildung einsteht, sollte sie nicht klein reden, sondern mit den anderen Beteiligten an gemeinsamen Lösungen arbeiten.

In diesem Jahr haben über 33.000 Schüler weniger die allgemeinbildenden Schulen verlassen als im Vorjahr – dennoch gibt es ein Plus von rund 3.000 Ausbildungsverträgen. Die Unternehmen konnten also wieder mehr junge Menschen für die Berufliche Bildung begeistern. Zu Ausbildungsbeginn 2017 kamen auf 23.700 Jugendliche, die einen Arbeitsplatz suchten 48.900 unbesetzte Ausbildungsplätze.“

Den Download zum Bericht gibt es hier.

Quelle: DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag e. V., Thomas Renner, 18.12.2017