KI: Wunderwaffe gegen Fachkräftemangel

Gerade für mittelständische Unternehmen bietet Künstliche Intelligenz große Potenziale. Wenn die richtigen Weichen gestellt werden - schreibt Jungunternehmerin Kristine Lütke

Autonome Kampfroboter, kriminelle Hacker, gezielte Destabilisierung – in der Debatte um Künstliche Intelligenz (KI) fühlt man sich schnell an das Set eines Schwarzenegger-Films versetzt. Elon Musk hält KI gar potenziell gefährlicher als die Atombombe. Fakt ist: Jede Technologie kann missbraucht werden. Wir sollten KI aber nicht nur als potenzielle Gefahr diskutieren, sondern als Technologie, die große wirtschaftliche Potenziale bietet. KI ist dabei nicht nur ein Thema für die großen Digitalkonzerne. Gerade der Mittelstand kann davon enorm profitieren.

Große Wertschöpfungspotenziale im Mittelstand

Die Vorteile von KI für Unternehmen liegen auf der Hand: Die smarte Analyse und Verknüpfung riesiger Datenmengen schafft bessere Entscheidungsgrundlagen, optimiert Geschäftsprozesse und eröffnet neue Wachstumsfelder. Davon profitieren nicht nur Konzerne, sondern auch Mittelständler. Die genauere Verkaufsprognose hilft dem Bäcker dabei, Kosten zu minimieren. Die visuelle Fehlererkennung in der Produktion reduziert den Ausschuss beim mittelständischen Automobilzulieferer. Künstliche Intelligenz hilft auch im Kampf gegen den Fachkräftemangel – ein Aspekt, der bisher in der Debatte noch unterbelichtet ist.

Wunderwaffe gegen Fachkräftemangel

Als Pflegeunternehmerin in Bayern weiß ich nur zu gut, wie ein leergefegter Arbeitsmarkt aussieht. Die Pflege ist ein sehr erfüllender, aber auch fordernder Job. Ein halbes Jahr dauert es im Durchschnitt, eine vakante Stelle in der Altenpflege nachzubesetzen. KI-basierte Assistenzroboter, die Gegenstände reichen, Essen ausfahren oder Patienten mühelos vom Bett in einen Rollstuhl heben, können Pflegekräfte in ihrer Arbeit unterstützen. Es gibt bereits intelligente Sensorpflaster, die erkennen, wenn Patienten drohen, wundzuliegen oder sensorische Fußböden, die Stürze melden. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz gelten häufig als Jobkiller, doch gerade der Pflegebereich macht deutlich, wie die Beschäftigten von neuen Technologien profitieren können: Intelligente Assistenzsysteme erledigen Routineaufgaben und unterstützen die Arbeit, sodass mehr Zeit für kreative Aufgaben und das Zwischenmenschliche, die Arbeit am und mit dem Bewohner bleibt.

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Quelle: www.capital.de, 19.07.2019