Fachkräfte gesucht: Können Studienabbrecher ein Gewinn für Firmen sein?

René Rode hat es schon einmal getan. Und er würde es wieder tun: Studienabbrecher einstellen. Rode ist Betriebsleiter bei der Störk Mess- und Regeltechnik GmbH in der Börde.

Einer seiner Mitarbeiter hatte schon eineinhalb Jahre Elektrotechnik studiert, bevor er hinwarf und sich bei dem Mittelständler (100 Mitarbeiter) zum Mechatroniker ausbilden ließ. Mittlerweile ist er dort fest angestellt - nach verkürzter Lehrzeit, mit Einser-Abschluss. Der vermeintliche Knick in der Biografie stört Rode nicht, im Gegenteil: „Wer wie er vom Studium kommt, bringt Kenntnisse mit, die er in der Ausbildung gut verwenden kann.“

Das Beispiel aus der Börde zeigt: Studienabbrecher können ein Gewinn sein für Unternehmen, die dringend Fachkräfte suchen. „Das ist ein Weg, um den Bedarf zu decken“, sagt Sigrun Trognitz, Geschäftsführerin des Arbeitgeberverbandes AVW. Besonders gelte das für das verarbeitende Gewerbe der Metall- und Elektroindustrie. So würden etwa händeringend Elektroniker gesucht, aber auch Fachinformatiker.

Hochschule Harz koordiniert Pilotprojekt in Sachsen-Anhalt

Ein Pilotprojekt in Sachsen-Anhalt will nun beide Seiten zusammenbringen - die Studienabbrecher und die Firmen. Koordiniert wird es an der Hochschule Harz in Wernigerode. In einer vom Land ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe sitzen Vertreter von Hochschulen, Kammern, Verbänden und Gewerkschaften zusammen. Sie sollen zum Beispiel klären, unter welchen Bedingungen Unternehmen bereit sind, Studienabbrecher einzustellen. Oder ob ein Studium auf eine Berufsausbildung angerechnet und diese so verkürzt werden kann...

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Quelle: www.mz-web.de, 04.09.2018