Die Liebe der Deutschen zum Mittelstand

Die meisten Fachkräfte ziehen kleine Firmen großen Konzernen vor. Dafür nehmen sie sogar finanzielle Einbußen in Kauf. Die begehrten Unternehmen punkten mit Standort und Sinnhaftigkeit. Besonders eine Gruppe wird angezogen.

Die Magie ihrer Marke katapultiert Weltkonzerne regelmäßig auf die vorderen Plätze in Arbeitgeber-Rankings, sei es SAP, Daimler oder Siemens. Doch für das Gros der deutschen Fachkräfte ist ein Job bei einem Konzern mit Zehntausenden Mitarbeitern gar nicht das Ziel. Das zeigt jetzt eine Auswertung der Online-Jobplattform StepStone. Übergreifend betrachtet sind demnach kleinere Arbeitgeber bei gut Ausgebildeten sogar beliebter.

Für 59 Prozent der Wirtschaftswissenschaftler, Ingenieure und Techniker in Deutschland sind Mittelständler der Auswertung zufolge die erste Wahl, nur 13 Prozent wollen lieber bei einem Großkonzern anheuern.

Den Fachkräften kommt dabei die dezentrale Struktur der deutschen Wirtschaft zugute: Anders als in zentralistischen Ländern wie Frankreich müssen Talente nicht unbedingt in die eine Metropole ziehen, um die Chance auf eine lukrative Stelle zu haben. Bei internationalen Unternehmen sind die Gehälter zwar höher, dafür haben kleine und mittlere Unternehmen aus Sicht der gut Qualifizierten andere Stärken – gerade auch mit Blick auf die Work-Life-Balance. Die Auswertung, die auf dem Stepstone-Mittelstandsreport basiert und für die mehr als 22.000 Fach- und Führungskräfte in Deutschland befragt wurden, lag WELT vorab vor.

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Quelle: www.welt.de, 30.07.2019