Arbeitsmarkt: Studienabbrecher haben gute Chancen

Die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein geht weiter zurück. Und das zeigt sich auch am Ausbildungsmarkt: Viele Betriebe suchen weiterhin Fachkräfte. Außerdem sind viele Ausbildungsplätze noch unbesetzt. Gleichzeitig geht der Trend hin zur Akademisierung: Mehr als die Hälfte eines Jahrgangs macht Abitur. Das Ziel ist meist ein Studium und eine akademische Karriere. Doch jeder Dritte gibt schnell wieder auf. Und dann geht es von der Uni zum Beispiel an die Baumarkt-Regale.

Studium abgebrochen - danach Ausbildung

Ein Beispiel dafür ist Alexander Albrecht. Es war keine leichte Entscheidung für den 30-Jährigen. Sein Informatik-Studium an der Uni Kiel hat er abgebrochen - jetzt lernt er beim Baumarkt Profi Kiel den neu geschaffenen Beruf "E-Commerce-Kaufmann". Er wollte anpacken statt Formeln zu lernen. Doch der Studienabbruch weckte auch Ängste: "Natürlich hat man Zweifel, dass man keinen Ausbildungsplatz findet und dass man über längere Zeit arbeitslos ist. Für einige Unternehmen könnte es auch so wirken, dass ein Studienabbrecher jemand ist, der schnell aufgibt. Diese Zweifel gehen in einem vor. Natürlich fragt man sich auch, was denkt das nähere Umfeld, die Familie, die Freunde."

Für Betriebe zählt Erfahrung

Der Baumarkt hat sich bewusst für einen Studienabbrecher wie Albrecht entschieden. Die hätten mehr Erfahrung und der Nachwuchs sei knapp, meint der Geschäftsführer Thomas Kiel. "Ohne Abitur ist man heute nichts mehr. So wird es oftmals gesagt. Der gesellschaftliche Druck, der Druck von Eltern und Mitschülern - heute braucht man sein Abitur. Das ist in meinen Augen aber falsch", erklärt Kiel. Denn mehr als die Hälfte eines Jahrgangs würden Abitur machen und viele davon studieren - während Unternehmen dringend Nachwuchs suchen.

Normale Orientierungsphase


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Quelle: www.ndr.de, 02.07.2019