Netzwerk Logistik Leipzig-Halle e. V.

Netzwerk Logistik Leipzig-Halle e. V.
Ausgezeichnet als
Innovatives Netzwerk 2013
  • Steckbrief

  • Vertiefende Informationen

  • Vorbildliche Aktivitäten

Ziele:

Das Netzwerk Logistik Leipzig-Halle e. V. wurde 2008 gegründet und unterstützt die Region Leipzig-Halle bei der Entwicklung zu einem internationalen Logistik-Drehkreuz. Hierfür werden Anreize für die Ansiedlung neuer Unternehmen geschaffen und um gut ausgebildete Fachkräfte für die Unternehmen vor Ort geworben. Dazu verbessert der Verein die Kommunikation und Kooperation der Akteure in der Logistikbranche und steuert Projekte zur Fachkräftesicherung.

Gegründet:
2008
Bundesland:
Sachsen, Sachsen-Anhalt
Landkreis:
Burgenlandkreis, Halle (Saale), Leipzig, Leipzig Stadt, Nordsachsen, Saalekreis
Netzwerkpartner:
Mehr als 120 Mitgliedsunternehmen und -institutionen bestehend aus regionalen Logistikdienstleistern und -zulieferern, öffentlichen Verwaltungen, Wirtschaftsförderungen der Kommunen, Agenturen für Arbeit, Industrie- und Handelskammern (IHK), Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie die Bundeswehr in Kooperation bei bestimmten Projekten
Handlungsfelder:
Berufliche Ausbildung, Beschäftigung Älterer, Sonstiges Handlungsfeld, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Weiterbildung
Vorbildlich, weil...
  • sich zahlreiche Akteure zusammen einen eingetragenen Verein gegründet haben. Das Netzwerk wird von fünf Vorständen, acht Arbeitsgruppenleitern und einer Geschäftsstelle mit vier Mitarbeitern gesteuert.  
  • die Netzwerkakteure durch die Vereinsbeiträge dem Netzwerk eigene Mittel zur Verfügung stellen, um Veranstaltungen zur Fach- und Führungskräftegewinnung zu organisieren.
  • das Netzwerk Ziele und Maßnahmen entwickelt hat und gemeinsam umsetzt, wie beispielsweise die Logistikbörse.
  • die Geschäftsstelle die Wirksamkeit der Maßnahmen durch den engen Draht zu den Unternehmen und durch Befragungen regelmäßig evaluiert. Die Rückmeldungen der Arbeitgeber zur Logistikbörse zum Beispiel sind sehr positiv.
  • über die Geschäftsstelle eine intensive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gemeinsam betrieben wird. Im Radio wird beispielweise Werbung für die Logistikbörse gemacht.
Kontakt:
Klaus-Dieter Bugiel
+49 (0)341 224 198-0
E-Mail schreiben

Analyse von Fachkräftebedarf und -potenzial


Die Bedarfs- und Potenzialanalyse des Netzwerks Logistik Leipzig-Halle basiert auf Daten des Arbeitsmarktmonitors der Bundesagentur für Arbeit und des Statistischen Landesamtes. Zudem werden die Mitgliedsunternehmen direkt über die Geschäftsstelle des Netzwerks nach ihrem Bedarf befragt. Hinzu kommt ein reger Informationsaustausch in den Arbeitsgruppen des Netzwerks. Aktuelle Probleme aus den Unternehmen werden von der Geschäftsstelle gebündelt und in den entsprechenden Arbeitsgruppen und Vorstandssitzungen zur Diskussion gestellt. Aus den Ergebnissen entstehen bei hohem Handlungsbedarf neben den bestehenden gegebenenfalls auch neue Projekte und Initiativen.

Ziele und Maßnahmen


  • Die regelmäßige Durchführung einer Logistikbörse wird von der Geschäftsstelle koordiniert und findet in der Regel bei den örtlichen Agenturen für Arbeit statt. Sie bringt Unternehmen und Arbeitssuchende auf direktem Weg zusammen.

  • Bundeswehrabsolventen bieten eine geeignete Fachkräftequelle für die Logistikbranche, da sie bereits über nachgefragte Qualifikationen verfügen. Das Netzwerk kooperiert regelmäßig mit den Karrierecentern und den Berufsförderungsdiensten der Bundeswehr an den Standorten Leipzig und Halle im Rahmen von Kontaktbörsen.

  • Das Projekt LOG-iN (Logistik – individuelle Nachwuchsführungskräfteentwicklung) sorgte für die Gewinnung von Führungskräftenachwuchs. Das BMI-geförderte Projekt wurde zusammen mit Unternehmen und einem Personaldienstleister umgesetzt. Weitere Durchläufe von 10 bis 20 Teilnehmern sind derzeit in Vorbereitung.
  • Mit dem Projekt Schnelle Logistik grenzenlos im Rahmen des Vorhabens „Integration durch Austausch“ erhielten arbeitslose Jugendliche und Langzeitarbeitslose durch Sprachtrainings und internationalen Austausch eine verbesserte Chance auf dem Arbeitsmarkt der regionalen Logistikbranche. Das im Frühjahr 2012 nach drei Jahren erfolgreich abgeschlossene Projekt konnte 94 Personen in Arbeit vermitteln.

Strukturen und Nachhaltigkeit


Der Verein ist sehr schnell von zwanzig auf über hundert Mitglieder gewachsen und hat sich innerhalb von nur drei Jahren zu einem großen Netzwerk entwickelt. Diese Entwicklung verdeutlicht den steigenden Bedarf gut organisierter Netzwerkarbeit in der Region. Das Netzwerk beschäftigt sich nicht nur mit dem Themenfeld Fachkräftesicherung, sondern ist mit vier Arbeitskreisen breit aufgestellt: Personal, Information und Innovation, Marketing sowie Logistik-Kooperation.

Die Geschäftsstelle mit vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern koordiniert das Netzwerk. Der direkte Draht zu den Mitgliedsunternehmen und die eigene Dachmarke garantieren eine hohe Identifikation der Partner mit dem Netzwerk. Beispielsweise ist aus einer direkten Umfrage bei den Unternehmen nach ihren Stärken und besonderen Kompetenzen eine Sammlung wichtiger Informationen entstanden, die allen als „Gelbes Buch“ zur Verfügung gestellt wurden.

Das Netzwerk überprüft die eigenen Ziele und Maßnahmen durch Auswertungen eigener Dokumentationen und Befragungen. So werden die teilnehmenden Unternehmen z. B. nach der Logistik-Börse interviewt, was ihnen diese gebracht hat, welche Verbesserungsmöglichkeiten sie sehen und ob sie gegebenenfalls sogar eine Fachkraft haben einstellen können.

Die Vereinsstruktur hat viele Anhänger gefunden, die sich innerhalb dieses Rahmens für ein gemeinsames Ziel engagieren wollen. Die Geschäftsstelle und eine übersichtliche Internetseite sorgen für eine erfolgreiche interne und externe Kommunikation. Die Zusammenarbeit zweier Kommunen samt ansässiger Unternehmen und Institutionen über Landesgrenzen hinweg ist ein gutes Vorbild für andere Regionen mit ähnlicher Struktur.

Vorbildliche Aktivitäten


Direkt und schnell zum neuen Job - die Logistikbörse

In der Logistikbranche werden viele Fachkräfte gesucht, sowohl im kaufmännischen als auch im gewerblich-technischen und im Dienstleistungsbereich. Mit der stattfindenden Logistikbörse hat das Netzwerk eine innovative Branchenlösung entwickelt, um Unternehmen, die Fachkräfte suche und Bewerberinnen und Bewerber zusammen zu bringen. Durch Radiowerbung im Vorfeld der am 18. Juni 2012  stattgefundenen Logistikbörse wurde auf die Veranstaltung mit großem Erfolg hingewiesen: Es kamen rund 500 Interessierte. Die Logistikbörse findet in den Räumlichkeiten der örtlichen Agenturen für Arbeit statt. Für die Organisation und Durchführung stellen alle Beteiligten eigenes Personal zur Verfügung.

Mitgliedsunternehmen der Logistikbranche präsentieren sich auf der Logistikbörse mit Infoständen und werben um neue Fachkräfte. Im direkten Gespräch können sich Bewerberinnen und Bewerber sowie zukünftige Arbeitgeber kennenlernen. Die Geschäftsstelle des Netzwerks vertritt auf der Börse die nicht anwesenden Mitglieder und nimmt Bewerbungen entgegen, die sie an passende Unternehmen weiterleitet. Zahlreiche Mitgliedsunternehmen des Netzwerks bieten freie Stellen an, auf die sich die Arbeits- und Ausbildungsplatzsuchenden direkt während der Logistikbörse bewerben können. Insgesamt konnten bis jetzt rund 50 vakante Stellen mit passenden Bewerberinnen und Bewerbern besetzt werden.

Bisher hat die Börse in Leipzig, Halle und Borna stattgefunden. Die nächste findet im Rahmen des „Tag der Logistik“ am 18. April 2013 direkt im Flughafen Leipzig/Halle statt.

Die Bundeswehr – eine Quelle für Fach- und Führungskräfte der Logistik

Das Netzwerk hat zur Gewinnung von Fachkräften in der Logistikbranche eine neue Zielgruppe identifiziert: Absolventinnen und Absolventen der Bundeswehrlaufbahnen Mannschaft, Unteroffizier und Offizier. Deshalb kooperiert es regelmäßig mit den Karrierecentern und den Berufsförderungsdiensten der Bundeswehr an den Standorten Leipzig und Halle im Rahmen von Kontaktbörsen. Hierdurch wird ein direkter Kontakt zwischen Logistikunternehmern und den ehemaligen Soldaten ermöglicht, die alle zahlreiche Qualifikationen und vielfältige Kompetenzen mitbringen. So haben einige bereits eine Berufskraftfahrer-Qualifikation oder einen Gabelstaplerschein. Andere bringen aus ihrer Offizierslaufbahn Verantwortungsbewusstsein und Führungsfähigkeiten mit.

Das Netzwerk pflegt außerdem vakante Stellen der Netzwerkmitglieder bei der Online-Stellenbörse der Bundeswehr ein und ermöglicht den regionalen Logistikunternehmen damit, bundesweit für offene Stellen zu werben. Besonders heimkehrende Soldaten von Auslandseinsätzen aber auch von anderen Standorten in Deutschland nutzen diese Möglichkeit gerne, um eine neue zivile Arbeit aufzunehmen und in ihrer Heimat bleiben zu können.

Bei der letzten „Bundeswehr-Logistik-Kontaktbörse“ am 06. März 2013 nutzten rund 30 Bundeswehrabsolventen und 40 Logistikunternehmer die Chance zur direkten Kontaktaufnahme. Die Unteroffiziersschule des Heeres in Delitzsch stellte die Räumlichkeiten zur Verfügung, ein Logistikunternehmen übernahm die Finanzierung des Caterings. Langfristig soll der Kontakt zwischen dem Netzwerk und der Bundeswehr dazu dienen, die Integration in den regionalen Logistik-Arbeitsmarkt zu erleichtern. Davon profitieren die ehemaligen Soldaten genauso wie die regionalen Unternehmen. Das Netzwerk bietet die freien Plätze, die Bundeswehr die motivierten Fachkräfte. Das Forum der Kontaktbörse bietet dabei die Möglichkeit, gemeinsam den schwierigen Übergang von 4-, 8- oder 12-jähriger Tätigkeit als Soldat auf Zeit in die freie Wirtschaft zu meistern.